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Ganz gleich ob künstlich geschaffen oder natürlichen Ursprungs – unsere gefiederten Freunde haben auch dieses Terrain erobert. Gewässer in der Stadt bieten einen wichtigen Lebensraum für Vögel in der Stadt. Häufig wurden Stadtgewässer irgendwann vom Menschen zum Zwecke der Erholung oder des Fischfanges künstlich angelegt. Die vielen nicht von Menschenhand geschaffenen Gewässer wie Flüsse und Bäche sind oftmals stark überformt.
Stadtgewässer haben einen sehr hohen erlebnispädagogischen Wert. Sie dienen der Erholung, der Bildung, und sie sind ein wichtiges Kulturgut. Viele Menschen suchen gerade in solch einem Terrain Ruhe, Erholung und Ausgleich. Hier bekommen sie einen intensiveren Kontakt mit der Natur als in bebauten und versiegelten Stadtteilen. Dazu tragen nicht zuletzt die Wasservögel bei, die im Gegensatz zu anderen Tiergruppen schon alleine durch ihre Größe auffallen. Spaziergänger jeder Altersgruppe erfreuen sich an ihrem Formen- und Farbenreichtum sowie an ihren Rufen und Gesängen, die man oftmals sehr weit hören kann.
Leider unterliegen Stadtgewässer im Gegensatz zu Gewässern der freien Landschaft den charakteristischen Einflüssen von Siedlungsballungsräumen. Dies wirkt sich neben anderen Teilen der belebten Umwelt im und am Gewässer auch auf die Wasservogelwelt negativ aus.
Zu vielen Städten gehören die allseits beliebten Parkteiche, die meistens in der Vergangenheit künstlich angelegt wurden. Auf diesen ästhetischen Kleinodien findet man oftmals eine hohe Anzahl an Wasservögeln. Desinteressierte Bürger oder „ungeübte“ Beobachter könnten meinen, hier sei für die Natur alles im Gleichgewicht. Wenn man sich die durchaus hübschen Vögel aber einmal genauer anschaut, sind es meistens nur ganz wenige Arten. Am häufigsten findet man hier Stockenten, Bleßrallen, aber auch die prächtigen weißen Höckerschwäne. Diese Arten sind sogenannte Ubiquisten, das heißt, anspruchslose Arten. Sie haben sich an den Menschen und die Einflüsse, die von seiner Existenz und seinem Handeln ausgehen, gewöhnt.
Eine reichhaltige Wasservogelwelt benötigt einen ausreichend breiten und gut strukturierten, abwechslungsreichen Röhrichtgürtel. Solch ein Verlandungsbereich bietet verschiedenen Arten – und vor allem vergleichsweise anspruchsvolleren und selteneren Arten – Nistgelegenheiten.
Durch Uferbebauung und einem zu hohen Besatz an Stockenten und Bleßrallen werden diese Bereiche immer weiter zurückgedrängt. Das Füttern von Vögeln wie Enten, Bleßrallen und Höckerschwänen führt dazu, dass sich diese Arten in hoher Anzahl ansiedeln. Negative Folgen sind die Zerstörung der Ufervegetation durch Vertritt und Verbiss. Gerade für andere Vogelarten wie Teich- und Drosselrohrsänger, Beutelmeise, Reiherente oder Zwergtaucher sind aber Röhrichte im und am Gewässer essentielle Elemente. Nicht zuletzt trägt das Füttern zur Vermehrung der ohnehin häufigeren Arten bei, was eine stärkere Konkurrenz gegenüber selteneren Arten bedeutet, die dadurch letztendlich an Lebensraum verlieren und verschwinden.
Ein zu hoher Fischbesatz, die Einleitung von Abwässern, eingebrachtes organisches Material durch Fütterungen und der Kot unverhältnismäßig großer Ansammlungen von Wasservögeln bringen eine hohe Nährstoffanreicherung mit sich. Dies kann zur Algenblütenbildung führen, zur Sauerstoffzehrung und zu einer Verarmung der Wasserflora. Letzteres wirkt sich negativ auf Vogelarten aus, die beispielsweise Schwimmblattfloren bevorzugen wie die Knäkente und die Löffelente.
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